Auch Erste-Hilfe Einrichtungen müssen barrierefrei erreichbar sein

Erreichbarkeit von Erste Hilfe Einrichtungen

Barrierefreie Gestaltung von Arbeitsstätten nach der ASR V3a.2 

Im Mai 2018 wurde die ASR V3a.2 „Barrierefreie Gestaltung von Arbeitsstätten“ in einigen Punkten geändert. Ein Schwerpunkt sind ergänzende Anforderungen zur Einrichtung von Erste-Hilfe-Räumen und zu Mitteln und Einrichtungen zur Ersten Hilfe. (Diese Anforderungen sind allgemein in der ASR A4.3 geregelt.)

Erste Hilfe Einrichtungen müssen für jeden erreichbar, erkennbar und nutzbar sein. Deshalb ist es wichtig bei Ausstattung einer Betriebsstätte oder öffentlichen Einrichtung  mit Erste-Hilfe-Material und für die Einrichtung von Erste-Hilfe-Räumen die Belange von Menschen mit Behinderung zu berücksichtigen.

Erste-Hilfe-Material:

  • Kommt auch der Rollstuhlfahrer an den Pflasterspender oder den Verbandskoffer heran? – Sichern Sie die Anfahrbarkeit und befestigen Sie das Erste-Hilfe-Material in einer Höhe von 0,85 bis 1,05 m
  • Stellen Sie Erste-Hilfe-Material, z. B. einen kleinen Verbandkasten und Pflasterspender oder Augenspülung für geh-oder sehbehinderte Beschäftigte an deren Arbeitsplatz zur Verfügung

Notruftelefon oder andere Meldeeinrichtungen:

  • Sichern Sie die Erreichbarkeit für Rollstuhlfahrer und kleinwüchsige Beschäftigte hinsichtlich Anfahrbarkeit und Höhe.
  • Für Menschen mit Sprach-und Hörbehinderungen sind Meldeeinrichtungen mit Notrufeinrichtung sinnvoll.
  • Kennzeichnen Sie Erste-Hilfe- und Notrufeinrichtungen kontrastreich und für blinde Beschäftigte taktil.

Erste-Hilfe-Räume:

  • Ist ihr Sanitätsraum für ihre Beschäftigten mit Behinderung erreichbar? – Breite der Tür, Zugang ebenerdig oder über eine Schrägrampe, ist die Kennzeichnung für alle wahrnehmbar?

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Ein Kommentar

  • Das ist ein Punkt, der viel häufiger Beachtung finden und hervorgehoben werden sollte: Gerade in Unternehmen, in denen es nur geringe Risiken gibt und entsprechend die Erste-Hilfe-Ausrüstung nicht oft benutzt wird, findet dieser Hinweis viel zu wenig Beachtung. Gegenteilig wird der Weg oftmals sogar zugestellt mit Gegenständen, die jemand nur vorübergehend zwischenlagern wollte und die später nie wieder bewegt werden. Wer darauf achtet, dass die Erste-Hilfe-Einrichtungen barrierefrei zu erreichen sind, sorgt damit auch für andere Ernstfälle vor: Möglicherweise sind die Personen, die an die Ausrüstung zu gelangen versuchen, selbst verletzt und können nicht mehr aufrecht stehen oder sich uneingeschränkt bewegen.

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