Vorsicht Rutschgefahr! – Tipps für die sichere Treppennutzung

Trotz der vermehrten Installation von Rolltreppen und Fahrstühlen in zahlreichen Gebäuden, sind Treppenaufgänge zwischen den Stockwerken nicht wegzudenken. Bei der täglichen Benutzung geschehen immer wieder Unfälle. Die Zahl beläuft sich laut den gewerblichen Berufsgenossenschaften auf 36.000 Treppenunfälle im Jahr, davon haben 800 bleibende Schäden zur Folge.

Die Gründe liegen zu einem Großteil am persönlichen Fehlverhalten der Mitarbeiter, Besucher oder Nutzer von Treppen. Auch bauliche Mängel oder Zweckentfremdungen können die Sicherheit von Treppenaufgängen negativ beeinflussen.

Um die Zahl der Zwischenfälle mit Personenschaden so gering wie möglich zu halten, müssen nur wenige einfache Praxistipps befolgt werden:

Sicherheitsgerechtes Verhalten

Bei der Unfallverhütung auf Treppenaufgängen spielt die Sensibilisierung der Mitarbeiter eine bedeutende Rolle. Das Gefahrenpotential von Treppen wird nicht als solches wahrgenommen und entsprechend risikobereit damit umgegangen. Mit regelmäßigen Unterweisungen, Aushängen und Betriebsanweisungen kann diesem Denken entgegen gewirkt und ein Sicherheitsbewusstsein erzeugt werden.

  • Ruhiges, sicheres Gehen: Stolper-, Sturz- oder Rutschunfälle sind oftmals auf Hektik, Zeitdruck und Hast zurückzuführen. Um Zeit zu sparen werden mehrere Stufen auf einmal genommen. Dieses übereifrige Verhalten kann zum Stolpern und schließlich zu gefährlichen Stürzen mit einem großen Verletzungsrisiko führen.
  • Aufmerksamkeit: Das Treppensteigen geschieht meist nebenbei und ist längst in Routine während der Arbeit übergegangen. Gerade weil das Gefahrenpotential unterschätzt oder ignoriert wird, kommt es zum „Vertreten“ oder Stolpern. Empfehlenswert ist es, sich zu konzentrieren und keine Ablenkungen während der Treppennutzung zuzulassen.
  • Geeignete Treppenreinigung: Auch bei der Reinigung von Treppenaufgängen können Gefahren entstehen. Dazu zählt zum Beispiel die Verwendung von zu viel Reinigungsmittel, wodurch die Rutschgefahr erhöht wird. Reinigungsarbeiten sollten außerdem nicht in Pausen- oder Feierabendzeiten durchgeführt werden. Während der Treppenreinigung sollten Warnschilder auf die Rutschgefahr auf der Treppe hinweisen.

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  • Zweckentfremdung vermeiden: Bewusste oder unbewusste Zweckentfremdungen von Treppen erhöhen ebenfalls das Unfallrisiko. Es dürfen keine Gegenstände, Kisten oder Regale auf Treppenaufgängen abgestellt werden. Auch ein kurzfristiges Zwischenlagern sollte vermieden werden.
  • Sicht freihalten: Beim Transportieren von Ware heißt das Motto „Lieber einmal mehr gehen“. Zu viele Gegenstände verdecken die Sicht und die Gefahr, eine Stufe zu verfehlen steigt immens. Im Falle eines Sturzes besteht durch das herabfallende Transportgut eine sehr große Verletzungsgefahr.
  • Handlauf/Geländer benutzen: Egal ob treppauf oder treppab, das Festhalten am Handlauf oder Geländer kann einen Sturz noch abschwächen oder verhindern.

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  • Richtiges Schuhwerk: Die Unfallstatistik auf Treppen wird vielerorts von Frauen angeführt. Hochhackige Schuhe, Sandaletten oder Flipflops bieten keine sichere Auftrittsfläche. Es gilt also besondere Vorsicht beim Tragen von risikobehafteten Schuhen. Die zweite Möglichkeit wäre festes Schuhwerk mit biegsamen Sohlen und keinem oder nur einem niedrigen Absatz.
  • Schäden melden: Je eher eine Gefahrenquellen und Stolperfallen beseitigt sind, desto besser. Beschädigte und abgenutzte Beläge, hervorstehende Schienen oder abgebrochene Stufenkanten sind nur wenige Beispiele für Unfallursachen. Eine schnelle Meldung an den verantwortlichen Betreiber oder Hausmeister kann schwere Verletzungen verhindern.

Bauliche/technische Anforderungen

Das Besteigen einer Treppe wird für viele regelmäßige Nutzer zu einem Automatismus. Bereits kleine Änderungen an der Konstruktion oder Bemaßung werden wahrgenommen und können Unfälle verursachen. Auch hier kann mit der Beachtung von Sicherheits- und Konstruktionsanweisungen das Verletzungsrisiko verringert werden.

  • Sichere Abmessungen: Die Treppe muss leicht begehbar sein. Dafür wurden mit der Zeit Richtwerte erschlossen, die als besonders sicher gelten. Für den optimalen Gangrhythmus sollte jede Stufe eine Steigung von 17 cm und eine Auftrittsgröße von 29 cm haben. Die Breite des Aufganges muss je nach Gebäudenutzung und Anzahl der Treppennutzer entsprechend angepasst werden.
  • Wahrnehmung und Beleuchtung: Eine gute Sichtbarkeit von Treppen und einzelnen Stufen ist ebenfalls ein wichtiger Punkt bei den Unfall verhütenden Maßnahmen. Die Beleuchtung darf nicht blenden, sollte die Treppenstufen aber räumlich erkennbar machen. Die Wahrnehmung der Treppe kann durch weitere verschiedene Faktoren noch unterstützt werden. Farblich unterschiedlich gestaltete Tritt- und Setzstufen sind nur eine Möglichkeit. Auch die Kanten der Stufen sollten sich vom Rest des Auftrittes abheben. Dafür eignen sich beispielsweise langnachleuchtende Treppenkantenprofile oder Treppenmarkierungswinkel.

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  • Handläufe und Geländer: Sicherheit und Halt bieten auf Treppen Handläufe und Geländer. Diese müssen sich stets in einem schadensfreien Zustand befinden und dürfen keine zusätzliche Unfallquelle darstellen. Jede Treppe, die mehr als vier Stufen hat, muss mit einem Handlauf an der Wand versehen werden, der bei Benutzung für einen sicheren Halt auf der Treppe sorgt. Ist die Stufenbreite größer als 1,50 m, so ist auf der freien Seite des Treppenaufganges ein Geländer notwendig. Die Höhe der Absturzsicherung muss mindestens 1,00 m betragen. In besonderen Fällen, wie große Absturzhöhen ab 12 m, beträgt die Mindesthöhe des Geländers 1,10 m.
  • Rutschgefahr: Ein besonders wichtiger Punkt bei der Sicherheit von Treppen ist eine ausreichende Rutschhemmung der Auftrittsfläche. Je nach Intensität der Treppennutzung können Antirutschbänder, Antirutschbeläge oder Treppenkantenprofile aufgebracht werden. Die meisten dieser Produkte erzeugen gleichzeitig eine bessere Sichtbarkeit der einzelnen Stufen.
  • Regelmäßige Kontrollen:  Eine lose Schutzleiste oder das ungeeignete Treppenkantenprofil stellen gefährliche Stolperstellen dar. Mit regelmäßigen Kontrollen des Treppenzustandes können Mängel umgehend behoben und so Unfällen vorgebeugt werden.

Detailliertere Informationen zum Thema „Sichere Treppen“ finden Sie unter anderem in der BG-Information 561 „Treppen“ sowie in der ASR A1.8 „Verkehrswege“.

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